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Punta Ala - trügerische Erinnerungen

"Herrlich!" Dieser Blick über weitläufige Pinienhaine vor dem Hintergrund des blauen Meeres....

Genau so ist meine Erinnerung an Punta Ala in der südlichen Toskana, wo wir eine Ferienwohnung mit eben diesem Traumblick gemietet haben. Ist zwar schon über 30 Jahre her, dass ich in dieser Bucht Urlaub auf dem Campingplatz gemacht habe, aber das mit dem schönen Pinienwald weiß ich  noch genau!

Auch den kilometerlangen Sandstrand habe ich nicht vergessen. Daher will ich gleich hinunterlaufen, über den feinen Sand, und nix wie rein ins Meer!

Gut, dass man von der Wohnung aus über Treppen in eben jenen Pinienwald gelangt und das Meer sozusagen vor der Haustür liegt.

Beschwingt laufe ich hinunter, atme den würzigen Duft der Bäume ein, jenes Sinnbildes meiner Mittelmeerurlaube . Noch kurz durch den Wald, dann werde ich das Meer sehen...

Doch zuvor bieten sich ungeahnte Ausblicke: da eine verrostete Coladose, dort noch eine, dann ein paar leere Flaschen und versteckt im Gebüsch zahlreiche Papiertaschentücher... gebraucht. "Na ja, etwas Müll eben", denke ich mir, auch wenn es mir überhaupt nicht zusagt. Weiter geht's in Richtung Durchgang zum Meer. Leider nimmt der Müll nun zu, ich sehe bereits das Wasser und... mir stockt der Atem: kein Sandstrand, sondern eher eine Geröllhalde,  übersät mit allerlei Treibgut. Ich entdecke eine Badeschlappe, Plastikflaschen, den Rest einer Luftmatratze, eine Styroporkiste ... sogar die Überreste eines Bootes. Und eigentlich wollte ich hier baden!

Nun gut, dann muss ich ein Stück weiter in Richtung Sandstrand laufen ... und somit in Richtung Liegestühle. Kaum erreiche ich das erste "bagno", also einen Strandabschnitt, auf dem Schirme und Liegen verliehen werden, ändert sich das Bild: feinster Sandstrand und vor allem kein Müll mehr! Aus Neugier frage ich mal nach den Preisen und bekomme einen gewaltigen Schreck: in der Hochsaison geht es bis auf 60 Euro für zwei Liegestühle und einen Sonnenschirm rauf!

"Nicht mit mir", denke ich, "da wird wohl auch ein Stückchen freier Strand sein!" Voller Vorfreude laufe ich weiter... und weiter... und weiter... ein "bagno" reiht sich an das Nächste... 45 Minuten lang! Jeder freie Zentimeter ist ausgenutzt... bis auf ein, zwei Meter vor dem Wasser.

Da eine Lücke! Zielsicher steuere ich darauf zu... nur um festzustellen, dass hier Boote zu Wasser gelassen werden...

Dann endlich: ein langer Strandabschnitt ganz ohne Liegen, aber dafür mit .... Müll! Wieder finde ich die bekannten Plastikflaschen, Getränkedosen, Papiertaschentücher... nur die Styroporkiste und das Boot fehlen... Dafür sind kaputte Möbelstücke zwischen den Büschen versteckt.

Ich sammle die leere Chipstüte vor mir auf und setze mich frustriert auf den Sand: Was ist bloß mit der Bucht meiner Erinnerungen passiert? 

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